50. Erfahrungsaustausch Pflanzenbau und Pflanzenschutz in Trier

Stand: 12/10/2018
Die Veranstaltung fand in diesem Jahr zum ersten Mal im Robert Schuman Haus statt, das mit 250 Teilnehmern ausgebucht war. Die traditionelle landwirtschaftliche Fachveranstaltung bot auch in diesem Jahr ein umfangreiches Programm mit abwechslungsreichen Themen zum Pflanzenbau und Pflanzenschutz.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Herrn Peter Schwickert, dem stellvertretenden Abteilungsleiter der Abteilung Agrarwirtschaft des DLR Eifel. Den Anfang der Jubiläumsveranstaltung stellte das Grußwort des Staatssekretärs im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Herr Andy Becht dar. Herr Becht ging in seinem Grußwort unter anderem auf die sich ständig verändernden Anforderungen an die Landwirtschaft ein. Megatrends würden immer wieder starken Einfluss auf die Landbewirtschaftung nehmen. Zurzeit wäre dies die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Rheinland-Pfalz spiele dabei eine bedeutende Rolle. So sei Rheinland-Pfalz maßgeblich an der Entwicklung der Geobox beteiligt, die es den Landwirten ermöglichen soll, die unterschiedlichsten digitalen Geoinformationen an einer zentralen Stelle cloudbasiert im Internet zu finden bzw. betriebseigene Informationen dort abzulegen, um diese jederzeit gezielt abrufen zu können.

Im Anschluss stellte Herr Nikolaus Schackmann vom DLR Eifel einen Rückblick auf 50 Jahre Erfahrungsaustausch vor. Er zeigte die Entwicklung dieser Veranstaltung von einem Austausch zwischen den Pflanzenschutzberatern des Bezirkspflanzenschutzamtes mit Vertretern von Handel und Genossenschaften Ende der 60 er Jahre des letzten Jahrhunderts, bis hin zu der heutigen hochkarätigen Fachtagung mit Beratern, Landwirten, Vertretern von Handel und Genossenschaften, Pflanzenschutzindustrie, Züchtern und Düngemittelfirmen.

Das erste Fachreferat wurde vom Pflanzenschutzreferenten am MWVLW und Amtsleiter des Pflanzenschutzdienstes RLP, Herr Dr. Erich Jörg gehalten. In seinem Vortrag über die zukünftige Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln ging er auf die Probleme und Schwierigkeiten ein, die bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln bestehen. Daneben machte er auch deutlich, welchen Einfluss der gesellschaftliche und politische Druck auf die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln habe. In seinen Ausführungen zeigte Herr Dr. Jörg, dass neben der Digitalisierung, ein weiterer Megatrend auf die „Ökologisierung“ die landwirtschaftliche Produktion ziele. Die vielen negativen Berichte über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ließen den Nutzen völlig außer Acht. Die Zulassungssysteme würden von der Gesellschaft immer mehr in Frage gestellt werden. Er zitierte Matthias Horx, einen Zukunfts-/Trendforscher, der folgende Prognose erstellt:

Die Landwirtschaft wird sich in zwei Richtungen entwickeln. 1.hochtechnisierte Variante (biologische Rohstoffwirtschaft, große Betriebe) und 2.renaturalisierte Agri-Kultur (bäuerliche Ldw. im Bio-Sektor).

Die Verbraucher hingegen werden sich (in ca. 10 Jahren) in zwei Gruppen gespalten haben: 1.geringes Interesse an Landwirtschaft (60%) und 2.hohes Interesse an „gesunden“ Bio-Lebensmitteln/Spezialitäten (40%)

Die Landwirtschaft müsse sich darüber hinaus aufgrund neuer Bewertungsverfahren bei der Zulassung, auf den Wegfall zahlreicher Pflanzenschutzmittel einstellen.

Im Anschluss daran stellte Herr Sebastian Thielen vom DLR Eifel die ersten Ergebnisse der Düngungsversuche mit Gülle in Mais und Weizen vor. Der Anbau von Mais und das Vorkommen von organischen Düngemitteln ist speziell im Beratungsgebiet des DLR Eifel von großer Bedeutung. Daher habe sich das DLR Eifel in den vergangenen Jahren sich verstärkt auf die damit verbundenen Fragestellungen im Versuchswesen eingestellt. Die ersten Ergebnisse der Versuche zeigten bereits die Tendenz, dass die organischen Dünger durchaus höher angerechnet werden könnten, als dies in der Praxis zur Zeit der Fall sei. Da die Witterung in den vergangenen zwei Jahren extrem unterschiedlich gewesen sei, müssten noch weitere Jahre für eine endgültige Beurteilung abgewartet werden.

Nach der Mittagspause ging es bei Herrn Ulrich Lossie von der DEULA Nienburg um die Qualität von Düngern und die richtige Einstellung der Düngerstreuer. Herr Lossie zog die Zuhörer bei seinen Ausführungen in seinen Bann, als er von Umschlagshäufigkeiten, Endmischungen, Wareneingangskontrollen, Kornhärten usw. sprach. Anhand von sehr aufschlussreichen Bildern erklärte er, wie sich die unterschiedlichen Qualitäten der Dünger auf das Streubild der Düngerstreuer auswirkte und welche Möglichkeiten dem Landwirt zur Verfügung stehen, den Düngerstreuer hieran anzupassen.

Herr Dr. Stefan Weimar vom DLR RNH erläuterte im Anschluss, worauf man bei der Verwendung der verschiedenen Stickstoffformen achten muss. Anhand von Versuchen erklärte er, wie sich die verschiedenen Stickstoffformen auf Ertrag und Qualität bei Raps und Weizen auswirken. Dabei ging er ebenfalls auf die unterschiedlichen Wirkgeschwindigkeiten der N-Formen ein und erläuterte, wie sich der Zusatz von Nitrifikations- bzw. Ureasehemmstoffen auf die Verlagerungsgefahr im Boden auswirken kann.

Im letzten Fachvortrag ging Herr Nikolaus Schackmann vom DLR Eifel in einem Jahresrückblick auf die Pflanzenschutzprobleme des Jahres 2018 ein. Diese waren durch viele Extreme gekennzeichnet. Insbesondere die anhaltende Trockenheit im Sommer und Herbst des Jahres 2018 stellten eine Herausforderung an den Pflanzenschutz, aber auch den Pflanzenbau dar.

Zum Schluss der Veranstaltung fasste Herr Peter Schwickert die Veranstaltung noch einmal zusammen und bedankte sich bei den Referenten für die hervorragende Darbietung der Referate, aber auch bei den Teilnehmern für ihr großes Interesse und die intensive Diskussion der Beiträge.


© DLR

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